LESERBRIEF zum Thema "Jagen in unseren Wäldern"
zum Artikel Nordkurier v. 20.11.08
"Eine solche Gelegenheit kommt nur einmal"
könnte ein Naturfreund, ein Waldspaziergänger seinen Kindern, seinen Freunden erzählen, wenn
er bei untergehender Abendsonne einen monumentalen Rothirsch beobachten und seinen Augen
nicht trauen würde, dass es solche Majestäten in unseren doch so kultivierten Landschaften
überhaupt noch gibt und er könnte mit seinen Kindern, die er neugierig gemacht hat, am
nächsten Tag nochmals auf die Pirsch gehen, um mit ihnen diesen "König der Wälder"
nochmals zu erleben. Und mit viel Glück hätten die Kinder mit ihren großen Augen einen
Moment ihres Lebens eingefangen, den sie nie wieder vergessen und ihren eigenen Enkeln
noch erzählen würden. Manch anderer Naturbegeisterter hätte vielleicht die Möglichkeit
eine solch monumentale Tierschönheit zu beobachten.
ABER es herrschen ja heute noch immer solch archetypische Männlichkeitsrituale, die schon
den Indianern die Grundlagen ihres Lebens, durch ungezähmtes Abknallen der Büffel, wegnahmen
. Und deshalb sprach den eingangs genannten Satz ein Jagdpächter, der Zunft Waidmänner,
nachdem er dieser Majestät eine Kugel in den Kopf "gejagt" hat.
Eine Grundlage unseres Lebens, speziell hier im Nordosten Deutschlands, sollte die Achtung
der Schönheit der Natur sein und es wäre Zeit diese überkommenen Trophäenjäger, wie den
Jagdpächter aus Letzin, darauf hinzuweisen und ihm statt der Büchse eine hochwertige Kamera
in die Hand zu drücken, sodaß auch viele andere Menschen an diesem Glück, der einmaligen
Begegnung mit einem kapitalen Hirsch, teilhaben können.
Leo Kraus
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