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Gelesen von Leo Kraus
Musikalisch begleitet von Andreas Cotterell


Dauer: 90 Minuten

Ich habe es stets abgelehnt, verstanden zu werden

Eine musikalische Lesung mit Texten von
Fernando Pessoa

Textbeispiele "...Ich liebe es, am frühen Morgen, wenn ich die Banalität des darauffolgenden Tages fürchte wie jemand das Gefängnis fürchtet, vor Öffnung der Läden und Warenhäuser durch die Straßen zu schlendern und mir die Satzfetzen anzuhören, die Gruppen junger Mädchen und junger Männer in die unsichtbare Schule meines geöffneten Nachdenkens dringen lassen ..."

"Der Mensch darf sein eigenes Gesicht nicht sehen können. Das ist das Allerschlimmste. Die Natur verlieh ihm die Gabe, sein Gesicht ebenso wie seine eigenen Augen nicht ansehen zu können.Nur im Wasser der Flüsse und Seen konnte er sein Antlitz erblicken. Und die Stellung, die er dabei einnehmen mußte, war symbolisch. Er mußte sich bücken, sich niederbeugen, um die Schmach zu begehen, sich anzuschauen..."


Zum Autor: Fernando Pessoa, 1935 im Alter von 47 Jahren verstorben, gilt heute als der wichtigste Dichter der Moderne in der portugiesischen Literatur. Zu Lebzeiten nur wenig veröffentlicht, war das Erscheinen seiner Prosaaufzeichnungen eine literarische Sensation. Die Texte sind die fiktiven Aufzeichnungen des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares, der in der Rua dos Douradores in der Lissaboner Altstadt ein verkleinertes Abbild der ganzen Welt zeichnet.